Bilder zur Geschichte des Kleingartenvereins

 

Einige Auszüge aus verschiedenen Schreiben, Protokollen und Beschlüssen aus dem Archiv unserer Kleingartensparte

 

 

Schreiben vom Stadtgruppenvorsitzenden an alle Vereine vom 17.01.1946

 

"Um den unsicheren Verhältnissen in unseren Anlagen und den Dieben bei ihrem Werk Einhalt zu gebieten, werden von der Stadtgruppe in Verbindung mit der SED und den freien Gewerkschaften erste Schritte unternommen. Hierzu benötigen wir ein namentliches Mitgliederverzeichnis aller Vereine, welche bis Sonntag, den 21.7.1946 in der Geschäftsstelle abgegeben sein muss.

Die von irgendwelchen Eindringlingen geschlagenen und verletzten Gartenfreunde melden sich bis spätestens Sonnabend, den 20.7.1946 beim Stadtgruppenvorsitzenden Ernst Podehl Köthen Linzerstr. Das Erscheinen derselben muss wegen genauer Angaben persönlich erfolgen. Die Termine sind einzuhalten."

 

 

Auch das Radfahren in der Anlage ist keine neue Erfindung

 

Auszug aus dem Aushang vom 10.7.1946

 

"In der Versammlung vom 22.6.1946 wurde darauf hingewiesen, daß Radfahrer bei Benutzung des Hauptweges in der Gartenanlage absteigen müssen. Die Maßnahmen ist für die Sicherheit aller Garteninhaber dieser Anlage dringend erforderlich. Trotz allem gibt es immer noch Gartenfreunde, welche diese Aufforderung nicht nachkommen. Zur allgemeinen Kenntnis muss nochmals darauf gewiesen werden, daß wir einen Gemeinschaft sind und daher verpflichtet sind, Beschlüsse, welche die Interessen der Gemeinschaft wahrnehmen, achten und befolgen müssen.

Es wird nochmals gebeten, dass Radfahren auf dem Hauptweg in der Gartenanlage zu unterlassen, bei Nichtbefolgen dieser Maßnahme bekundet der Garten-Inhaber, daß er keine Gemeinschaft pflegen will und schaltet sich selbst damit von uns aus."

 

 

Aufstellen von Wachen

 

Zur Sicherung der Erträge und des Eigentums unserer Gartenfreunde wurden Wachen im Schichtdienst eingerichtet. Allerdings folgten auch schon damals nicht alle den Beschlüssen, so daß es am 7. Juli 1947 folgender Beschluß gefaßt werden mußte: "Alle diejenigen Gartenfreunde, sowie Gartenfreundin, welche zur Wache eingeteilt sind und nicht zur Wache erscheinen, werden pro Stunde RM. 1,50 in Strafe genommen. Wer 3 mal hintereinander von der Wache unentschuldigt fern bleibt, hat strengere Maßnahmen zu erwarten."

 

Schon 1948 wurden eine Gemeinschaftsversicherung beim Landesverband abgeschlossen "Der Beitrag beträgt pro Mitglied und Jahr RM 0,75 und ist im Voraus fällig am 1. April eines Jahres."

Nur lagen die Preise etwas anders, so daß es für 100% Invalidität monatlich altersabhänging zwischen RM 47,- und RM 74,90 gezahlt wurden.

 

 

Harte Zeiten für einige Gartenbesitzer

 

Harte Zeiten für private Gartenbesitzer, ihnen wurde die Pachtung eines Kleingartens untersagt. Auszug einer Kündigung vom 4.3.1949: "Nach getroffenen Feststellungen besitzen Sie neben den Kleingarten Nr. 12 an Ihrem Hause einen Hausgarten von 200 qua. Im Ausmaß??. Da die Nachfrage nach Kleingarten sehr groß ist, und Sie als einzelne Person mit Ihrem Hausgarten Ihrem eigenen Bedarf an Gemüse decken können, wird Ihnen hiermit der Kleingarten Nr. 12 mit sofortiger Wirkung gekündigt."

 

 

Ablauf der Bestellungen

 

Alles mußte bestellt und organisiert werden bzw. als Verein für die Mitglieder angefordert werden, und doch dauerte es durch verschiedene Umstände doch länger als wir es jetzt gewohnt sind. So lautete ein Antwortschreiben der Obstbaumschule Taraba vom 21.1.1949: "Auf Ihr Schreiben vom 25.9.1948 teile ich Ihnen mit, dass ich zur Zeit noch Aepfel in Spindel-, Spindelbusch- und Buschform und Johannisbeeren in Hochstammform liefern kann. Durch die Beschlagnahme der Bestände durch die Landesregierung war ich außerstande vorher eine Nachricht zugeben. Ihre gefl. Nachricht sehe ich umgehend entgegen."

 

 

Alles für die Kinder

 

Aber auch zu diesen Zeitpunkt wurde für die Kinder der Mitglieder alles getan, so wurde bereits am 6.9.1947 auf der Mitgliederversammlung beschlossen: "Unter Punkt Vergnügen wurde beschlossen, daß am 20.9.47 im Volkspark ein Vergnügen stattfinden soll und zwar für die Kinder der Gartenfreunde Nachmittags von 15.00 - 19.00 Uhr und ab 20.00 Uhr bis 1.00 Uhr für die Erwachsenen. Einige Gartenfreundinnen stellten sich zur Verfügung um etwas Mehl und  Zucker zu sammeln, für die Kinder nachmittags? Kaffee und Kuchen gegeben werden kann. Natürlich ist es bei diesen Zeiten sehr schwer etwas zu entbehren, aber es soll ja auch eine Freude für die Kinder sein. Auch Geldspenden werden angenommen. Es sollte sich daher also keiner ausschließen."

 

 

Der 9. Parteitag und der Kleingartenverein

 

Aus dem Bericht des Vorstandes zum Jahr 1974 wurden bereits neue Ziele festgelegt, welche sich aus anderen Beschlüssen ergaben: "Das neue Jahr ist das letzte Jahr des laufenden Fünfjahrplanes, das und zugleich dem 9. Parteitag der SED näher bringt. Deshalb ist es in diesem Jahr von besonderer Bedeutung, alle Ziele des von der Volkskammer am 19. Dezember 1974 beschlossenen Volkswirtschaftsplanes für 1975 zu erfüllen und sie möglichst zu überbieten. Auch wir Mitglieder des Verbandes der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter wollen daran in unseren Arbeitsstätten und in Freizeittätigkeit in den Kleingärten und in der Kleintierzucht aktiv mitwirken."

 

 

Vorstandsarbeit

 

In der gleichen Versammlung wurde durch die Revisionskommission folgendes festgestellt: "Wenn wir für die Kleingartensparte 'Freiheit' nun heute Bilanz ziehen, so kommen wir zu einem seltsamen Resultat. Denn unter den Strich dieser Bilanz stehen, einmal für einen Sparte wie wir es sind ganz normale Erfolge, und zum anderen ein völlig zerfallener und zerstrittener Vorstand. Lassen Sie uns der Reihe nach einschätzen was getan wurde.

 

Die Mitglieder unserer Sparte erzeugten im Jahre 1974

 

Obst und Beerenobst

27.869 kg

Erdbeeren

3.591 kg

Gemüse

7.194 kg

Geflügelfleisch

44 kg

Kaninchenfleisch

40 kg

Eier

1.900 Stück

Kaninchenfelle

11 Stück

 

 

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